Partnerstadt Nowy Dwór Gdanski

Von Dr. Sigurd van Riesen

Europaplatz in Nowy Dwór Gdański mit Klaus Pipke zwischen Dr. Sigurd van Riesen (links) und Boleslaw Klein (rechts)

Bei der jährlich in Hennef stattfindenden Europawoche sind Musik- und Tanzgruppen aus der polnischen Partnerstadt Nowy Dwór Gdański immer wieder gern gesehene Gäste. Dabei werden zwischen Deutschen und Polen neue Kontakte geknüpft und weitere Freundschaften zwischen den Bürgern beider Partnerstädte geschlossen. Wichtig ist dabei auch das Kennenlernen von Tradition und Kultur des anderen Volkes; deshalb finden die gegenseitigen Freundschaftsbesuche oft zu besonderen Anlässen statt. Bei der polnischen Partnerstadt sind dies z.B. die Werdertage (zweites Juni-Wochenende) und in Hennef die Europawoche.  

Nowy Dwór Gdański ist im Mündungsgebiet der Weichsel nicht weit von der Ostsee gelegen, ca. 1.100 km von Hennef. Die Kreisstadt der Werder-Niederung – früher Tiegenhof genannt – östlich der Weichsel mit ca. 20.000 Einwohnern befindet sich im Dreieck zwischen den Zentren Danzig, Marienburg (Malbork) und Elbing (Elbląg). Die Kommune besteht neben der Kernstadt aus 43 Dörfern auf einer Fläche von 213 km². Teile der Kommune liegen unter dem Meeresspiegel und werden künstlich entwässert; das Werder ist eine flache Landschaft – von Gräben durchzogen begleitet von Kopfweiden – und ähnelt niederrheinischen Gebieten. Jährlich werden die Werdertage und alle drei Jahre die internationalen Mennonitentage durchgeführt. Der bekannte Stobbe's Machandel hat seinen Ursprung in Tiegenhof.

Das Wappen von Nowy Dwór Gdanski
Das Wappen von Nowy Dwór Gdanski

Nowy Dwór Gdanski
Polen  

Partnerstadt seit 2001  

Woiwodschaft: Pommern
Lage: 54° 13' N und 19° 7' O
17.832 Einw. (2007)
Postleitzahl: 82-100
Vorwahl: 0048 55
Kfz-Kennzeichen: GND

Boleslaw Klein (links) und Dr. Sigurd van Riesen

Die Städtefreundschaft wurde von Dr. Sigurd van Riesen im Rahmen des deutsch-polnischen Freundeskreises in Hennef ab dem Jahre 1994 initiiert. Die offizielle Städtepartnerschaft konnte im Jahre 2001 geschlossen werden. Ansprechpartner ist in Nowy Dwór Gdanski Boleslaw Klein vom Club Nowodworski. Enge Kontakte gibt es auch zwischen der Hennefer Gesamtschule und dem dortigen Lyzeum (mit jährlich zwei Treffen); der Stadtsportverband Hennef und der polnische Partner organisieren zweimal jährlich Fußball- und Volleyball-Freundschaftsspiele in Hennef und Nowy Dwór Gdański.

Eine besondere Attraktion ist immer wieder ein Besuch in der früheren Hansestadt Danzig, deren Altstadt nach dem zweiten Weltkrieg durch engagierte polnische Architekten, Ingenieure und Künstler wieder aufgebaut wurde.

Polnische Tanzgruppe

Die wechselvolle Geschichte der Stadt Nowy Dwór Gdański wird an vielen Einzelheiten sichtbar. Deutsche Siedler ließen sich seit dem Mittelalter in dem Gebiet nieder. Holländische Mennoniten brachten ihre Kenntnisse im Wasserbau mit und gewannen fruchtbares Ackerland. Die Siedlung Tiegenhof am Flüßchen Tiege hatte verschiedene Herrscher. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte sie zum Königreich Preußen, nach 1920 zum Freistaat Danzig, zum Deutschen Reich und seit 1945 als Nowy Dwór Gdański zur Republik Polen. Der Zweite Weltkrieg bewirkte entscheidende Veränderungen. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Ihre Stelle nahmen aus der Ukraine und Litauen umgesiedelte Polen ein. Inzwischen haben sich die jüngeren Generationen in der Weichselniederung eingerichtet und bewahren die verbliebenen geschichtlichen Zeugnisse und Kulturgüter aus der deutschen Vergangenheit wie z.B. die Vorlaubenhäuser sowie die mennonitischen Friedhöfe.

Die Verständigung mit den Einwohnern der polnischen Partnerstadt funktioniert aufgrund der guten deutschen Sprachkenntnisse auch junger Polen recht gut, während nur wenige Deutsche sich der polnischen Sprache bedienen.

Hennefer Gruppe in Polen

Die Völker Europas haben gelernt, dass sie aufgrund ihrer Geschichte und Kultur zusammengehören und nur gemeinsam die Zukunft meistern können. Dies wurde durch den Zusammenschluss der europäischen Staaten zur Europäischen Union umgesetzt. Es sind jedoch insbesondere die Bürger, die Verträge und Vereinbarungen mit Leben erfüllen. Einen Beitrag dazu leisten die Partnerschaften zwischen Kommunen und Ländern. Die Stadt Hennef unterhält nicht nur mit der polnischen Stadt eine Städtepartnerschaft sondern auch mit den Städten Banbury in England und Le Pecq in Frankreich. Der Verein für Europäische Städte-Partnerschaft Hennef  ist Vermittler zwischen den Einwohnern sowie Vereinen der Partnerstädte und stellt den organisatorischen Rahmen bereit.


Bericht der jüngsten Reise nach Nowy Dwór Gdanski

von Dr. Sigurd van Riesen

Die Hennefer Reisegruppe, die im Sommer 2009 Polen besuchte, wurde herzlich und mit offenen Armen in der polnischen Partnerstadt Nowy Dwór Gdanski empfangen. Es ist eine feste Einrichtung bei dem Verein für Europäische Städte-Partnerschaft Hennef e.V. geworden, dass sich interessierte Bürger der Partnerstädte - jährlich wechselnd im anderen Land - treffen. Über 30 Hennefer konnten jetzt wieder die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft genießen und schon bei der Ankunft lagen sich alte Freunde in den Armen.

Die Freundschaftsreisen unter der bewährten Leitung von Dr. Sigurd van Riesen zeichnen sich durch ein umfangreiches Programm aus, um Land und Leute näher kennen zu lernen und um den Rheinländern das ferne Polen näher zu bringen. Bevor die Hennefer Reisegruppe ihr Ziel an der Ostsee erreichte, hatte sie schon ausführlich Krakau und auch Danzig besucht. Ein Reiseteilnehmer für viele andere: 'Die informative Reise hat die vielfach vagen Vorstellungen von Polen und vor allem von den Menschen dort doch erheblich korrigiert'.

UNESCO- Weltkulturerbe Krakau und Wieliczka

Nach dem WIZZair-Flug von Dortmund nach Kattowitz und dem Transfer in das familienfreundliche Hotel in Krakau ließen es sich einige Teilnehmer nicht nehmen, die sommernächtliche Party-Atmosphäre am Markt mit den historischen Tuchhallen zu genießen und sich das erste frisch gezapfte Piwo zu genehmigen.

Krakau ist das Herz Polens und die Altstadt besteht nicht nur aus prächtigen Gebäuden in den Baustilen Gotik, Barock sowie Jugendstil, sondern hat auch dazwischen 140 Kirchen und Klöster aufzuweisen; sie wird überragt vom Burgberg Wawel mit Königsschloß und Kathedrale. Dies alles wurde den Hennefer Gästen in detaillierten Stadtführungen näher gebracht.

In Krakau sind Geschichte und Kunst im Übermaß vorhanden. Das reichhaltige Konzertangebot wurde gerne genutzt. Die Hennefer Reisegruppe ließ es sich auch nicht nehmen, mit Wieliczka eine der ältesten Salzminen Europas zu besichtigen und konnte oftmals an den freien Nachmittagen zu eigenen Unternehmungen starten. Dazu gehörte manchmal auch ein nachdenklicher Gang durch das historische Judenviertel Kazimierz. Unvergesslich war dann für alle der Abschiedsabend im dortigen Restaurant Ariel mit Klezmer Live Musik des bekannten Trios Jascha Liebermann.

Erholsame Bahnfahrt im Regen nach Danzig

Einige Reiseteilnehmer empfanden die erholsame Bahnfahrt quer durch Polen als passende Gelegenheit sich noch besser kennen zu lernen und sich über das Erlebte auszutauschen. Spannend wurde es, als der Zug die mächtige Marienburg passierte und dann auf der imposanten Eisenbahnbrücke bei Dirschau (Tczew) die Weichsel überquerte. Ein schickes neu eröffnetes Hotel am Langen Markt hieß die Hennefer schließlich in Danzig willkommen. Diese frühere Hansestadt, deren ehemaliger Reichtum sich in reich verzierten Häusergiebeln widerspiegelt, steht auch für einen epochalen Politikwechsel, denn von dort wurde durch die unabhängige Gewerkschaft Solidarność der Sturz der kommunistischen Herrschaft in Mittel- und Osteuropa eingeleitet. In diesen Tagen erinnern wir uns aber auch daran, dass mit dem Beschuss der Westerplatte vor 70 Jahren dort durch Deutschland der Zweite Weltkrieg ausgelöst wurde.

Der kundige Stadtführer verwies die Hennefer auf die Aufbauleistung polnischer Ingenieure, Architekten und Arbeiter, die das völlig zerstörte Danzig nach alten Plänen wieder auferstehen ließen. Die Backsteinbauten der Marienkirche, des Rathauses und insbesondere das Krantor beeindruckten die rheinischen Besucher ganz besonders; abschließend genoss man den Sommerabend an der Mottlau.

Partnerstadt Nowy Dwór Gdanski - neue Freundschaften

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war die Gastfreundschaft in den polnischen Familien der Partnerstadt und das Kennen lernen der flachen Werderlandschaft sowie der Ostsee. In bewährter Manier hatte unser Freund Bolek Klein ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Eine Konferenz 'Bioblitz' in der Nachbarschaft eines Vorlaubenhauses brachte neue Erkenntnisse von Natur und Wasser an Tiege und Sieg; Spaziergänge und Bernsteinsuche am Meer waren erholsam; Kranzniederlegungen zu Ehren der Opfer von Gewalt, Krieg und Flucht machten die Rheinländer nachdenklich. Der gemeinsame Freundschaftsabend wurde für alle zu einem besonderen Erlebnis, denn nicht nur Essen und Trinken, sondern auch gemeinsame Lieder und Tanz erfreuten die Gemüter.

Immerhin hatte die Hennefer Reisegruppe ein polnisches Lied eingeübt und intonierte gemeinsam mit den Gastgebern die Europahymne; Eine Teilnehmerin dichtete dazu:

'Ein Fest mit Freunden - alten und neuen
an Gesängen und Tänzen wir uns erfreuen.'

Die beiden Partnerstädte - aber auch die beiden europäischen Nachbarn - sind sich durch diese erlebnisreiche Reise wieder etwas näher gekommen.

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